Foto: Der Grabhügel von Hohenfried (links oben sind die Mauern des Grabmals erkennbar, rechts der Einschnitt der archäologischen Grabung)
Ein Begriff, der nicht nur durch ein
gleichnamiges Sachbuch bekannt ist, sondern auch eine Wahrheit unserer Bioregion Untersberg darstellt.
Der Grabhügel von
Hohenfried ist so ein Ort, der von der regionalen Archäologie
missachtet, verborgen und falsch gedeutet wird. Eine ehemalige
Mitarbeiterin der Einrichtung von Hohenfried bestätigte mir vor
vielen Jahren, dass am Grabhügel noch im letzten Jahrhundert archäologisch gegraben wurde und
dabei Funde gemacht wurden, die als Siedlungs-/Kultspuren zu sehen
sind und an die Archäologische Staatssammlung München weitergegeben
wurden.
Der regionale „Experte“ wollte von diesen Grabungen
nichts wissen. Er selber hatte dort keine Untersuchungen gemacht,
daher konnte es auch keine anderen Untersuchungen gegeben haben.
Die
beiden Grabungslöcher im Süden und Osten des Grabhügels sind jedoch heute
noch zu sehen!
Jener Grabhügel gehört also zu den ungelösten
Geheimnissen dieser Gegend. Dabei zählt das dortige Naturschauspiel
zu den inzwischen wiederentdeckten Phänomenen. Fast 20 Jahre ist es
her, als ich mich mit einem Freund zusammen auf die Forschungsreise
zu dem Mythos der Steinernen Agnes und dem Teufelsloch machte.

Foto: Sonnendurchgang am Teufelsloch
Schon
meine Großeltern wussten um die mystischen Geschichten von jenem
seltsamen Felsenportal im Schoß der Schlafenden Hexe. Meine Familie
besaß zudem eine persönliche Verbindung zu Hohenfried, das ich als
Kind oft besuchte.
Schon in dem Namen HOHEN-FRIED klingt etwas
Magisches mit. Wie Keltenforscher oder auch die
Matriarchatsforscherin Dr. Heide Göttner-Abenroth belegen, sind
Namenszusätze mit „Hoch“ und „ „Hohen“ als Hinweise auf
Göttersitze zu sehen, wie bei den nahe gelegenen Berchtesgadener
Bergen Hochkalter und Hoher Göll und den entsprechenden Mythen
belegt wird. Sollten daher auch die eigentlich zusammengehörigen
Flure wie die Großgmainer Hochburghöhe und das Bayerisch Gmainer
Hohenfried nicht eine ähnliche Bedeutung haben?
Getrennt sind sie
„nur“ durch die Landesgrenze Österreich/Bayern. Verbunden sind
sie durch den zwei Monate andauernden Sonnendurchgang am Teufelsloch
im Lattengebirge (Schlafende Hexe) vom 20. November bis 22. Januar.
Dieses Ereignis blieb in den regionalen Mythen erhalten und ist in
den verschieden Variationen auch ein gutes Beispiel, wie bedeutende
Ereignisse durch kirchliche Einflussnahme umgedeutet bzw. „umgetauft“
und damit christianisiert wurden.
In einer sehr alten
topografischen Karte der Region entdeckte ich den Begriff „Toter
Mann“ im Bereich des Teufelslochs.
Inge Resch-Rauter schreibt
dazu:
“Bei
den *Toter Mann*-Fluren ist immer wieder folgende Situation
anzutreffen: es sind breite, flache Höhenkuppen mit weitem
Rundblick, die von vielen Seiten relativ leicht erreicht werden
können.
Sie liegen etwas entfernt von den Ortschaften im freien
Gelände.
(...) Analysiert man die beiden Worte des Flurnamens,
zeigt sich, dass TOTA die jüngste Form des keltischen Wortes TEUTO
ist, (...) und “Volk” im Sinne von “Stamm, Volksstamm”
ausdrückt. Bei den Germanen entwickelte sich das von den Kelten
übernommene Wort im Laufe der Jahrhunderte zu unserem Wort
“deutsch”. Das zweite Wort “Mann” ist auf das keltische
MAGOS, Feld, zurückzuführen. TOTA-MAGOS heisst demnach Volks-Feld
und bezeichnet den Versammlungsplatz des Volkes, jenen Ort, den die
Germanen Thingstätte nannten. An diesem Platze trafen die freien
Männer zu Beratungen zusammen, hier wurde Recht gesprochen,
erfolgten Stammesentscheidungen.”
Foto: Der Tote Mann bei Bischofswiesen
Das
bekannte nahegelegene Bischofswiesener Wanderziel Toter Mann ist
hiermit jedoch nicht gemeint. Dort erfüllt es genau jene oben
beschriebene Analyse: breite, flache Höhenkuppen mit weitem Rundblick, die von vielen Seiten relativ leicht erreicht werden können.
Sie liegen etwas entfernt von den Ortschaften im freien Gelände.
Dieser Begriff im Bereich des
Teufelsloches könnte jedoch auch auf ein
Volksfeld hinweisen –
vielleicht auf die Hochburghöhe und Hohenfried?
Oder wurde die große landschaftsmythologische Bedeutung als Landschaftsgöttin mit übernatürlicher Ausstrahlung (das leuchtende weibliche Geschlecht) schließlich christlich umgetauft zum Toten Mann?
Kann es sogar
sein, dass der Hohenfrieder Grabhügel künstlich geschaffen wurde,
aus kultischen Gründen um dort dem Sonnenschauspiel huldigen zu
können?
Die spätere Nutzung durch eine norddeutsche (!)
Adelsfamilie als Grabhügel mag sich daran noch orientiert haben –
oder war die Grabwahl nur Zufall?
Allerdings ist es kein richtiges
Grab, sondern nur ein Grabmal. Hier fand also keine Bestattung statt,
was jedoch wieder die energetische Bedeutung noch mehr unterstreichen
würde.