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Samstag, 21. Januar 2023

Der Untersbergblues

Der Untersbergblues (Text siehe unten) gehört seit einiger Zeit zum meinem Repertoire der Alpenschamanischen Rauhnacht im Salzheilstollen Berchtesgaden, allerdings nur in der Trockenvariante - also ohne Musik.

Foto: Alpenschamanische Rauhnacht 2017


Jetzt gibt ihm die Vertonung mit einem ruhigen, melancholischen Rhythmus die passende Stimmung.
In ihm spreche ich einige der besonderen Wesen dieses Zauberberges an:

- die kloana Mandl = die Zwerge des Untersbergs, also die Untersbergmandl
  sie feierten ihren eigenen Gottesdienst zur mitternächtlichen Stunde
- die Percht = die einstige Urmutter der Alpen, die Bergmutter auch Bercht oder Frau Percht genannt,
  zieht in den Rauhnächten mit der Wilden Jagd um den Berg, um die Armen Seelen einzusammeln
- Deifisloch = das Teufelsloch in der Schlafenden Hexe (Lattengebirge) leuchtet zur         
  Wintersonnenwende und zu den Rauhnächten, da tanzen wahrhaft die Geister
- Wuidfraun und Drachen = die Wildfrauen sind die Priesterinnen der Percht, die ihren Segen ins Tal    
  bringen und die Drachen sind die einstigen weisen Glücksdrachen der Region, auch Wächter 




Der Untersbergblues

Wann auf d'Nacht de kloanan Mand'ln
üba de steile Leit'n obi wand'ln
de Kirch'n voi Lichta san'
mit a wunda-schenan G'sang

des is' da Untersbergblues
des is' da Untersbergblues


Wann ma d' Rauhnächt' wiada spiart
de Percht um an Berg ziagt
dann sitz'n d' Oid'n auf da Bank
und erzäihn sich G'schichtn zum Dank

des is' da Untersbergblues
des is' da Untersbergblues

Wann d'Sunna ob'n durch's Deifisloch lacht
hob'n de Leid unt'n 's Feia o'gfacht
und danz'n mid olle guad'n Geista und Drud'n
üba d'Wies'n und Stoana a Rund'n

des is' da Untersbergblues
des is' da Untersbergblues


Wann d'Wuidfrau'n und Drach'n
ihre Zaubasprich mach'n
dann gibt’s auf alle Weg'n
vui Freid' und a an Seg'n

des is' da Untersbergblues
des is' da Untersbergblues


Donnerstag, 17. November 2022

Seelenfenster - Durchgänge zu den Seelenwegen

Kürzlich entdeckte ich in einem antiquarisch erworbenen Buch ( = Siegmund Riezler: Die Orts-, Wasser- und Bergnamen des Berchtesgadener Landes, 1913) den Begriff Seelenfenster. Sie heißen im Berchtesgadener Land Seelabalgga oder auch Seelenglotz oder Seelenloch. Es sind "kleine Fensterchen im Blockhausbau (...), die einem alten heidnischen Brauch zufolge geöffnet wurden, um der Seele Verstorbener Austritt zu gewähren und nach Verschließen von innen Wiedereintritt als Wiederkommer (Geister ?) zu verwehren."

Ein Seelabalgga unterhalb des Vogelhäusls am Hausknechtlehen
auf der Metzenleiten am Südhang der Kneifelspitze

Interessanterweise machten wir kürzlich einen Ausflug zur Kneifelspitze und ebenso kürzlich erhielt ich den Tipp, die Marxenhöhe zu besuchen, die nur 300 m Luftlinie vom Hausknechtlehen liegt.
Das Hausknechtlehen als früher typischer Zwiehof  bzw. Einödhof (erbaut 1592 !) selbst ist inzwischen zu einer Ferienwohnung umgebaut worden, ebenso der nebenstehende Feldkasten und steht unter Denkmalschutz, daher ist auch noch das Seelenfenster im Originalzustend erhalten.

In der Region Maria Gern - eventuell im Berchtesgadner Raum selbst - gab oder gibt es noch mehrere Seelenfenster.
Dem Volksglauben nach wurden die verstorbenen Seelen auf ihrem Seelenweg in den Schoß der Urmutter und Bergmutter Percht von den Seelenbegleitern (= Zug der Untersbergmandl) geführt - und damit in das Ahnenreich des Untersbergs, als einzigen mitteleuropäischen Ahnenberg.
Bis heute hat sich das Wissen um Seelenwanderung und Seelenbegleiter nicht nur in den Untersbergsagen sondern auch sehr stark in der Schweizer Bergwelt mit ihrem Gratzug (Stichwort Winna) erhalten.
Im Volk gab es lange Zeit den Brauch Kerzen in Fenster zu stellen, um den in Dunkelheit umherirrenden Armen Seelen den Weg zu weisen. In den Zeiten ohne Elektrizität galt die Dunkelheit als Zeit der Geister. In heutiger Zeit werden Seelenwege aufgrund der Zersiedlung und Lichtsmog von den Armen Seelen nicht mehr gefunden oder erkannt und so werden sie heute wie damals zu Irrlichtern.

Das Thema passt natürlich gerade jetzt zu den bevorstehenden Rauhnächten, wo die Percht mit ihrer Wilden Jagd die Armen (verirrten) Seelen zum Jahresende aufsammelt und in ihr Unterweltreich begleitet.
Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist auch die landschaftsmythologische Lage jener Bauernhäuser bei Berchtesgaden bzw. Maria Gern, gilt dieser Bereich nach der Patriachatsforscherin Dr. Heide Göttner-Abendroth (Philosophin und Kultur- und Gesellschaftsforscherin) doch als der Ausläufer der Roten Liegenden Göttin von Ettenberg. Vom Kiliansberg im Zentrum des Unterleibs der Liegenden Göttin gibt es die Überlieferung der Drei Sennerinnen, die versteinert wurden. Göttner-Abendroth identifiziert wiederum einen Tätigkeitsraum der Drei Wildfrauen als Priesterinnen der Percht, die dort sogar eine Alm besaßen und im Rahmen der Patriachalisierung sich zurückzogen.


Freitag, 29. Juli 2022

Nixloch - Der gebrochene Bann

Neumond am 28. Juli 2022:

In Trance zu Füssen des Teufelslochs erfahre ich vom Untersberggeist, dass das (schwarzmagische) Schwert vom Untersberg im Nixloch die Funktion eines Bannes besaß. Es sollte dem Höhlenbesucher den Zugang zu dem Volk der Unterswelt verschließen.

Vieles erklärt sich nun, denn es wurde überliefert, dass die Untersbergmandl - und damit ein Volk der Unterwelt - dort Bergbau betrieben haben bzw. einen Zu-/Ausgang schufen.

Auszug aus einer Volkskundezeitschrift von 1901:
Es wären auch die Festungsmauern uet zu'n derzwingen g'wen, wenn net oamöl Oaner aus'n feindlichen Haufen den hoamlichen Festungsmauer-Hallthurm-kleinen Gang ausgründen hätt', der von die Untersberger Manndl'n gegraben is und mitten in die Festung führt, da wo's Nixloch liegt. 

So berichtete mir der Höhlenforscher und Auffinder des Schwertes, nachdem er vor einigen Jahren das Schwert in die Unterwelt zurückgebracht hatte, dass in dem Bereich der Schwertrücklegung die Höhle sich verändert hatte. Er fand über einen neu entstandenen Gang das Schwert wieder und brachte es wieder ans (Tages-) Licht.
Das Volk der Unterwelt ermöglichte es ihm erneut, den Bann zu lösen und das Schwert herauszubringen.

Foto: Das Untersbergschwert über dem Nixloch

Im Osten des Untersbergs wurde das Portal zur Anderswelt bei der Fürstenbrunner Quellhöhle nach einem Vorfall aufwendig verschlossen. Ein Bekannter berichtete mir von einer Begegnung in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts mit einem Andersweltwesen, das daraufhin in der Quellhöhle verschwand. Wenige Jahre später erfolgte der Verschluss.


Foto: Versperrte Fürstenbrunner Quellhöhle

Heute ermöglicht die nahegelegene Grasslhöhle einen energetischen Zugang zum Berggeist und dem Unterweltvolk. Immer wieder wird mir von entsprechenden akustischen Wahrnehmungen berichtet, was ich auch selber nach einer Zeremonie dort erleben durfte.

Foto: Grasslhöhle


Das Nixloch wird somit weiterhin eine Verbindung zur Unterwelt ermöglichen. Der Bann wurde gebrochen!


Dienstag, 20. April 2021

Goldbründl

 




Diese mystische und mythologisch bedeutende Quelle am Untersberg ist eine der wenigen Wasserstellen auf der Hochfläche des Berges in der Nähe des Berchtesgadener Hochthrons.
Die Überlieferung berichtet von Wildfrauen und Untersbergmandln, die hier anzutreffen sind und von der Möglichkeit, sich zu transformieren und damit reich beschenkt zu werden.

Sei bedacht, wenn du dort einen Schluck von diesem besonderen Wasser nimmst!


Mysterium Mittagsscharte


Die Mittagsscharte – ein Mysterium mit vielen Besonderheiten


  1. Wegkreuzung:

    2 aufwärts führende Wege aus dem Süden (Thomas-Eder-Steig) und dem Norden (Weinsteig)
    2 abwärts führende Steige vom Salzburger bzw. - Berchtsgadener Hochthron
    kreuzen sich direkt in der Mittagsscharte.


  2. Grenzverlauf:

    Direkt durch die Mittagsscharte verläuft die Bayerisch-Salzburgerische Landesgrenze.
    Neben dem Eingang zur Höhle Steinerner Kaser ist dies an der Felswand in einer Art Felszeichnung dokumentiert. Im selben Bereich fand im 16. Jahrhundert Lazarus Gitschner die Felsinschrift.

  3. Steinerner Kaser 1: Die Hütte

    Der Steinerne Kaser wurde einst für die am Untersberg patrouillierenden Zöllner zur Unterkunft gebaut.
    Seit vielen Jahren hat sie der Salzburger Höhlenverein gepachtet.

    Foto: Steinerner Kaser 1 (Höhle unten) und 2 (Hütte oben)
  4. Steinerner Kaser 2: Die Höhle

    Die wenige Meter unterhalb der Hütte gelegene Höhle bekam denselben Namen.

  5. Energiezentrum:

    Geomanten und Sensitive muten/erfassen hier das Energiezentrum des Berges, den Nullpunkt alles Seins/Lebens, den Übergang von der alltäglichen Realität in die nichtalltägliche Realität (=Anderswelt).
    Eine Art Dimensionsportal soll sich dort alle paar Jahr zum Hohen Frauentag (=Maria Himmelfahrt / 15. August) öffnen. Dies kann ein Hinweis auf eine Art Biorhythmus des Berges sein.
    Auch die Überlieferung vom mythisch-zyklischen 100-jährigen Schlaf deutet in diese Richtung. Sichtbar wird ein
     Pulsieren des Berges durch das Sonnenschauspiel vom 21. Juni (Sommersonnwende) bis zum 15. August (Maria Himmelfahrt). Die kosmische Einstrahlung erfolgt durch den Sonnenlichtstrahl zur Mittagszeit (Namensentstehung!).

    Steinerner Kaser Sonnenschauspiel

  6. Pilger- und Kultzentrum:

    Seit vielen Jahren kommen Pilgern einzeln oder in Gruppen zu Kultzwecken hierher.
    Das Sonnenschauspiel zur Mittagszeit ist dabei der Fokus.

    Medizinrad

  7. Visierort / Himmelsobersvatorium /Monument

    Geomantische Forscher sehen in der Lage der Mittagsscharte den Goldenen Schnitt im Verhältnis zur Oberfläche erfüllt. Auch die geometrische Besonderheit ihrer Form lässt damit eine künstliche Erschaffung vermuten. Diese These wird durch die Mythologie (Sage vom Riesen Abfalter) unterstützt.





  8. Sagenzentrum:
    Lazarus Gitschner, Abfalter, Goldloch, Untersbergmandl

    Am Eingang zu einer Felsenkathedrale bei einer Klamm auf der Hochfläche (=Höhle Steinerner Kaser in der Mittagsscharte). Dort wurde Lazarus von einem Mönch in die Unterwelt/Anderswelt/Spiegelwelt geführt.
    Neben dem mittäglichen Sonnenschauspiel (siehe unter Punkt 5) scheint auch die mitternächtliche Stunde eine große Bedeutung für energetisches Wirken zu haben. Die Überlieferung berichtet vom Erscheinen der Riesen / dem Riesen Abfalter (Wesen mit großen Kräften) aus der Unterwelt in der Mittagsscharte zu dieser Zeit bis zum Morgen, wenn die Sonne über dem Gaisberg im Osten aufgeht.
    Am Goldloch unterhalb der Mittagsscharte wurden künstliche Felsstufen festgestellt. Die Untersbergmandl sollen als Mineraliensucher bergbaukundig gewesen sein und haben wie die Venedigermandl im ganzen Alpenraum Bergbau betrieben.

    Höhle Steinerner Kaser
    Foto: Steinerner Kaser Höhle
  9. Zeitanomaliezone:

    Von der Mittagsscharte über die Kyrilllinie hinab. Im Bereich Mittagsscharte treten zudem Störungen an Geräten (Fotoapparate, Handys) auf.

  10. Spekulation:

    Direkt unterhalb der Mittagsscharte treffen die beiden Großhöhlensysteme Kolowrathöhle und Riesending zusammen. Bei einer vermutlich durch die Speleologie in den nächsten Jahren hergestellten Verbindung ist damit das sogenannte Barbarossa-System erschlossen.

Untersbergpfarrer Valentin "Voitl" Pfeifenberger

Valentin "Voitl" Pfeifenberger (* 1914   † 2004 ) war von 1956 bis 2004 Pfarrer von Thomatal im Lungau. Er war bekannt für seine ...